Traditionsreiche Demeter-Riseria

Reismühle Riseria Masinari

Traditionsreiche Demeter-Riseria

Reisanbau hat in der Lombardei in Nord-Italien eine lange Tradition. Marco Zaffaroni, der heutige Eigentümer der Riseria Masinari, weiß spannende Geschichten zu erzählen, wie die Reispflanzerinnen in früherer Zeit die ganze Region geprägt haben. Mit dem Bau von Kanälen, die klares Quellwasser aus den Bergen bringen, intensivierte sich in den 60er Jahren der Reis-Anbau entlang der oberen Po-Ebene. „Der Norden Italiens ist klimatisch hervorragend für den Reisanbau geeignet: Hohe Temperaturen tagsüber, nachts nicht zu kühl und insgesamt eine hohe Luftfeuchtigkeit kommen dem gesunden Wachstum der Pflanzen zugute“, erzählt Marco Zaffaroni. 

                                                                                                                                                                                                                         

In den 80er Jahren begann hier Senior Masinari mit dem biodynamischen Reis-Anbau. Gleichzeitig errichtete er eine Reismühle (Riseria), die ausschließlich Demeter-Reis verarbeitet. Der Reis-Müller Masinari begegnete 1983 erstmals dem Mehl-Müller Spielberger. Aus dem gemeinsamen Verständnis von Landwirtschaft entstand 1986 eine Zusammenarbeit, die bis heute andauert und inzwischen vom Sohn Volkmar Spielberger bzw. Schwiegersohn Marco Zaffaroni weitergeführt wird.

„Mühlen waren früher ein sozialer Ort. Das Wissen darum hatten die beiden Müller Senior Masinari und Hans Spielberger noch verinnerlicht.“

Der gelernte Arzt Marco Zaffaroni stieg schon kurz nach seiner Hochzeit im Jahr 1986 in den Betrieb mit ein und die beiden Pioniere entwickelten gemeinsam den biodynamischen Reisanbau in der Region. Inzwischen hat er sich viel Wissen angeeignet und eine besondere Liebe zur Reispflanze entwickelt. „Die Reispflanze ist besonders faszinierend. Für jede der vielfältigen Anwendungen gibt es passende Sorten“, erzählt Zaffaroni mit einem Leuchten in den Augen.

Pionier ist Marco Zaffaroni bis heute geblieben. In den letzten Jahren hat er eine neue – für Italien einzigartige – Anbaumethode entwickelt und eingeführt, die sich an der in Asien gebräuchlichen Anbauweise orientiert. Dabei werden die Reispflanzen im Gewächshaus vorgezogen und nach 14 Tagen mit einer Größe von 12 bis 20 cm in Reihen direkt in die gefluteten Beete gepflanzt. Der Vorteil: Das Unkraut kann den Reispflanzen nicht so leicht Konkurrenz machen. Gleichzeitig zeigt sich aber schon jetzt nach 2 Jahren Praxisanwendung, dass auch die Ökologie profitiert. Da zwischen den Reihen freie Wasserflächen stehen bleiben, gibt es in der Region heute wieder Vogelarten, die über lange Jahre nicht mehr zu sehen waren.

Die biodynamische Landwirtschaft ist für Marco bis heute die einzig denkbare Anbauweise, da sie einen ganzheitlichen Blick auf den Hoforganismus wirft. „Der Landwirt muss komplett hinter dem stehen, was er tut. Er braucht eine grundsätzlich andere Beziehung zu seinem Betrieb, zu seinen Tieren und Pflanzen.“

                                                                                                                                                                                                                             

 

 

 

 

 

Unser Reisbauer Marco Zaffaroni im Videointerview