Vermarktung braucht verlässliche Partner

Vermarktung braucht verlässliche Partner

Schon die Eltern waren überzeugt, dass die biodynamische Landwirtschaft der einzig richtige Weg ist und heute geht Robert Kasper vom Oberhof in Alsfeld bei Fulda diesen Weg konsequent weiter. Sein Engagement gilt aber nicht nur der Weiterentwicklung der biodynamischen Landwirtschaft auf seinem Hof, sondern auch der Sensibilisierung der Menschen für die Bedeutung der bäuerlichen Landwirtschaft in unserer Gesellschaft: „Wir müssen die Verbraucher dafür sensibilisieren, dass es mit der Landwirtschaft so nicht weitergeht, dass es in eine Sackgasse führt“, dieser Überzeugung ist Robert Kasper. Die ganzheitliche Sichtweise auf die Landwirtschaft hat ihn von Kindesbeinen an geprägt, als seine Eltern 1989 den Hof umgestellt haben. Ursprünglich gab es zwei Höfe in zwei benachbarten Orten, die durch die Heirat der Eltern zusammen kamen.

Neuorientierung des Hofes

Vater Karlheinz Kasper begann in den 80er Jahren, sich mit dem landwirtschaftlichen Kurs Rudolf Steiners auseinanderzusetzen. Den Anstoß gab ein Onkel, ein hauptberuflicher Imker, der eine große Zahl an Bienen durch die Gifte in der industriellen Landwirtschaft verlor. Die Umstellung des Hofes brachte auch eine völlige Neuorientierung in den Strukturen mit sich. Während früher beide Höfe Schweine mästeten, wurde anschließend auf Rinderhaltung umgestellt. „Mit 0,4 Kühen pro Hektar halten wir genau so viele Tiere, wie unser Land ernähren kann“, erläutert Robert Kasper. Der Schwerpunkt liegt dabei nicht auf der Milchproduktion, sondern auf der Aufzucht der Kälber. Die 70 Mutterkühe und 3 Zuchtbullen leben deshalb mit ihren rund 70 Kälbern in einer Art Herde und dürfen von Mai bis Oktober im Freien auf der Weide leben, fast wie eine wild lebende Herde.

Die Spielberger Mühle profitiert von der Fruchtfolge, die auf dem Demeter-Hof selbstverständlich ist. Nach zwei Jahren Kleegras folgt der Anbau von Weizen und Hafer. Daran schließt sich die Aussaat von Ackerbohnen und Erbsen an. Sie reichern die Nährstoffe im Boden wieder so weit an, dass wieder Dinkel oder Weizen und am Ende Roggen angebaut werden können. „Hafer ist mein Lieblingsgetreide“, freut sich Kasper. „Er ist sehr Krankheits-tolerant und passt gut zu unserem Klima und den Böden.“ In der Region am Rande des Vogelsbergs ist die Witterung eher feucht und die Böden besitzen – nicht zuletzt dank des Humusaufbaus durch die Kompostdüngung auf dem Demeterhof – eine gute Wasserhaltefähigkeit. Dies alles kommt dem Hafer sehr zugute.

Partner der ersten Stunde

„Unser Getreide verkaufen wir komplett an Spielberger, entweder an die Würzburger Flockenmühle oder an die Mehlmühle in Brackenheim“, Robert Kasper freut sich, dass er hier ebenso wie beim Fleisch noch immer mit den Partnern der ersten Stunde zusammenarbeiten kann.

Während früher vier Generationen auf dem Hof gelebt und gearbeitet haben, ist Robert Kasper heute auf einen Angestellten und ein bis zwei Lehrlinge angewiesen. „Da hat sich viel verändert. Ich finde es aber durchaus positiv, dass auch Menschen auf den Hof kommen, die nicht von einem landwirtschaftlichen Hof stammen.“ Um den kleinen Hofladen und die dazugehörige Bäckerei kümmern sich seine Frau und seine Mutter.

Unser Haferbauer Robert Kasper im Videointerview