Höchste Zeit, die Dinge zu Ende zu denken

Hand mit Getreide

Höchste Zeit, die Dinge zu Ende zu denken

Man muss es nicht nur denken oder glauben. Man muss es auch tun. Volkmar Spielberger gehört zu den Menschen, die schon lange „etwas tun“ – und denen immer wichtiger wird, dass immer mehr Menschen verstehen, wie sich unser Leben ändern muss. Der Müllermeister führt in dritter Generation das Familienunternehmen Spielberger Mühle im schwäbischen Brackenheim.

           

Was macht die Spiel­berger Mühle anders als andere Hersteller?

Als handwerklicher Mühlenbe­trieb verarbeiten wir Rohstoffe aus der bäuerlichen Landwirtschaft zu gesunden, biodynami­schen Lebensmitteln. Die sollen den Menschen schmecken und Genuss bereiten. Das sind die Eckwerte, die Fakten. Dahinter steckt aber viel mehr: Seit nunmehr 60 Jahren wollen wir dazu beitragen, dass der Mensch gesund lebt – und dass die Natur dabei gesund bleibt! Heute sehen wir, dass es immer dringlicher wird, so zu denken. Und entsprechend zu handeln.

 

Was bedeutet das für Ihre Arbeit?

Wir sind Teil einer Wertschät­zungskette. Am Anfang steht eine regionale, bäuerliche Land­wirtschaft, die biologisch-

dynamisch arbeitet, die sich um das Leben der Pflanzen, um das Tierwohl und den Erhalt der Sorten- und Artenvielfalt kümmert. Solch einen gesun­den Hoforganismus kann es nur geben, wenn der höhere Aufwand auch wirtschaftlich honoriert wird. Von Partnern wie uns. Wir vereinbaren faire Preise für mehrere Jahre. Und das sichert uns am Ende die Qualität, die wir brauchen – die ganze Lebenskraft, die in jedem einzelnen Korn steckt.

 

Und dann kommt die Arbeit der Müller?

Richtig. Unsere Mühle verarbei­tet seit den Sechzigern bio-

dynamisches Getreide. In unserer Familie hat seit den Zeiten der Großmutter die Anthroposophie eine große Rolle gespielt. Das hat unsere geistige Entwicklung geprägt, unsere Werte gründen darin. Und als Müller haben wir damit die Anleitung für unsere Arbeit:

Wir wissen, dass im Korn die

ursprüngliche Lebenskraft steckt. Und was man tun muss, damit diese Kraft aus der Natur den Menschen zugute kommt. Das geht nur handwerklich, niemals großindustriell.

 

Weiter geht‘s dann im Supermarkt?

Garantiert nicht! Wir haben festgelegt, dass wir grundsätz­lich nur an den selbstständigen Biofachhandel liefern. Nur hier trifft unser gemeinsames Werteverständnis auf Kunden, die diese Werte mittragen – und bereit sind, dafür den richtigen Preis zu zahlen. Einfach mal zu Ende gedacht: Nur wenn Menschen wirklich bewusst auswählen, was und wo sie es kaufen – nur dann kann diese Wertschätzung sozusagen durchgereicht werden und wie­der beim Ursprung ankommen: Beim Landwirt, der im Einklang mit der Natur arbeitet.

 

Alles hängt zusammen.

Es genügt nicht mehr, von der eigenen Scholle aus zu denken. Eine Veränderung zum Besseren, zum Guten, geht nur in Gemein­schaft. Dass man als ökologisch denkender Mensch seine Le­bensmittel bewusst auswählt, ist klar. Wir appellieren aber daran, wirklich verantwortlich

zu handeln: Schau genau, wo Du einkaufst. Damit bestimmst Du mit, was Du morgen überhaupt noch kaufen kannst. Der Sinn der Sache ist doch, dass es uns nur gut geht, wenn es der  Natur gut geht. Das geht  nur gut, wenn man die  Zusammenhänge sieht.

 

Eine Überzeugung, die immer mehr Menschen teilen.

Ego ist out. Selbstverwirklichung oder Genussoptimierung, darum geht es doch längst nicht mehr. Es geht darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen, damit wir morgen überhaupt noch Entscheidungen treffen können. So können viele ge­meinsam etwas verändern. Es ist doch allerhöchste Zeit. Kein vernünftig denkender Mensch zweifelt mehr daran. Und wir von der Spielberger Mühle lieben das Leben, wir lieben die Natur. Deshalb übernehmen wir Verantwortung und treffen Entscheidungen, um die Dinge zu drehen.